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Der erste Wackelzahn – was nun?

Irgendwann ist es so weit: Ihr Kind kommt aufgeregt nach Hause, steckt den Finger in den Mund – und zeigt Ihnen stolz, dass da etwas wackelt. Der erste Wackelzahn ist ein echter Meilenstein. Für viele Kinder fühlt er sich an wie ein Ritterschlag: Endlich die „richtigen" Zähne. Andere haben Angst: „Wieso fallen meine Zähne jetzt plötzlich aus?“ Dabei ist der Zahnwechsel wie das Fällen alter Bäume im Wald: Es wird Platz gemacht für neues Wachstum. 

Eltern sind hingegen oft unsicher: Wie verhalten wir uns richtig? Sollten wir schnell zum Zahnarzt? Sollte der Zahn vielleicht herausgezogen werden, oder darf mein Kind selbst am Zahn wackeln? Im Zahnwald in Mühlacker stehen wir immer an der Seite unserer kleinen Patienten und beantworten alle wichtigen Fragen.

Was genau beim Zahnwechsel passiert

Unter jedem Milchzahn liegt schon bei der Geburt ein bleibender Zahn im Kiefer. Ab dem sechsten Lebensjahr beginnen die Zähne langsam nach oben zu wandern. Dabei wird die Wurzel der Milchzähne langsam aufgelöst. Genauso wie ein alter Baum, der langsam wieder zu Erde wird und eine Basis für neues Leben bietet. 

Durch den schrittweisen Verlust der Wurzel verliert der Milchzahn seinen Halt, wird langsam locker, bis er irgendwann ausfällt. Dies passiert meistens komplett schmerzfrei und ohne Probleme. Manchmal kommt es aber auch zum vorzeitigen Ausfallen, etwa wenn das Kind beim Spielen hinfällt und plötzlich den Zahn im Mund hat. Hier ist wichtig zu wissen: Wenn ein Zahn in einer solchen Situation ausfällt, ist das erstmal nicht schlimm – wahrscheinlich wäre er ohnehin bald ausgefallen.

Wie der Zahnwechsel abläuft

  • Phase 1 (ca. 6–8 Jahre): Zuerst fallen die unteren Frontzähne aus, gefolgt von den oberen. Zur gleichen Zeit bricht ganz hinten der erste bleibende Backenzahn durch. Dieser ersetzt keinen Milchzahn.
  • Phase 2 (ca. 9–12 Jahre): Die Eckzähne und kleinen Backenzähne folgen. Dies geschieht Schritt für Schritt, und der gesamte Prozess ist im Alter von zwölf Jahren normalerweise abgeschlossen.

Wann tritt der erste Wackelzahn auf?

Die ersten Anzeichen für wackelnde Zähne gibt es meistens rund um den sechsten Geburtstag. Bei einigen Kindern kann es bereits im Alter von vier Jahren dazu kommen oder sogar bis zum achten Lebensjahr dauern. Diese Unterschiede sind normal und kein Grund zur Sorge.

Einen Kontrolltermin beim Kinderzahnarzt empfehlen wir, wenn:

  • ein Milchzahn partout nicht ausfällt, obwohl der bleibende Zahn bereits durchbricht,
  • ein bleibender Zahn in zweiter Reihe wächst, ohne dass der Milchzahn wackelt (der sogenannte „Haifischzahn"),
  • ein Wackelzahn anhaltend schmerzt oder das Zahnfleisch stark gerötet ist.

Darf man am Wackelzahn wackeln?

Ja, das Wackeln ist in Ordnung, solange es vorsichtig und ohne Gewalt geschieht. Kinder dürfen mit der Zunge etwas Druck ausüben oder mit dem Finger am lockeren Zahn spielen. So werden Fasern sanft gelöst und das Ausfallen beschleunigt.

Das gewaltsame Herausziehen des Zahns ist dagegen nicht empfehlenswert. Denn dabei kann das Zahnfleisch verletzt werden, es kann zu Blutungen kommen und wehtun. Wenn der Zahn sehr locker ist, kann er von den Eltern ganz vorsichtig mit einem Taschentuch herausgedreht werden. Das sollte aber nur gemacht werden, wenn das Kind das wirklich will. Wir empfehlen: Seien Sie entspannt, normalerweise fällt der Zahn irgendwann von allein aus.

Wichtig zu wissen: Wenn ein Kind mal einen Zahn verschlucken sollte, ist das nicht schlimm und medizinisch unbedenklich.

Zahnpflege im Wechselgebiss – jetzt besonders wichtig

In der Zeit des Zahnwechsels ist die Zahnhygiene sehr wichtig. Denn der Zahnschmelz ist bei frisch durchgebrochenen Zähnen noch nicht vollständig gehärtet. Dadurch sind sie empfindlicher und anfälliger für Erkrankungen als ausgewachsene Zähne. 

Zur gleichen Zeit wird das Putzen durch die Zahnlücken, ungleich hohe Zahnreihen und wackelnde Milchzähne neben neuen Zähnen erschwert.

Ein paar Dinge helfen jetzt:

  • Zahnpasta wechseln: Ab dem ersten bleibenden Zahn brauchen Kinder eine Zahnpasta mit höherem Fluoridgehalt als bisher – gerne geben wir Ihnen hilfreiche Tipps bei Ihrem nächsten Kontrolltermin bei uns.
  • Nachputzen nicht vergessen: Bis die Feinmotorik der Kinder wirklich ausreicht, um sauber zu putzen sollten Eltern die Zähne ihrer Kinder nach dem Zähneputzen noch kontrollieren und bei Bedarf nachputzen. Im Zahnwald zeigen wir den Kindern im Rahmen der Individualprophylaxe Tricks und beraten Sie als Eltern gerne zum Thema Nachputzen.
  • Den Sechsjahrmolar nicht übersehen: Dieser Zahn bricht ganz hinten durch und ist mit der Zahnbürste oft schwer zu erreichen.
  • Weiterhin zweimal täglich putzen: Regelmäßige Zahnpflege ist der beste Schutz gegen Karies.

Es gibt jedoch eine gute Nachricht: Karies bei Kindern nimmt in Deutschland ab. Dies legt zumindest die sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie aus dem Jahr 2025 nahe. Grund dafür ist die konsequente Vorsorge und die steigende Sensibilität bei Eltern und Kindern.

Wann sollte man zum Kinderzahnarzt?

Auch ohne Beschwerden ist ein Besuch beim Kinderzahnarzt zweimal im Jahr sehr sinnvoll. Bei dieser Kontrolle schauen wir uns die Zähne genau an, nehmen uns Zeit, um alle Fragen zu beantworten und geben hilfreiche Tipps für die tägliche Zahnpflege. Der Zahnwald in Mühlacker ist die Kinderzahnarztpraxis Ihres Vertrauens, und hier fühlen sich alle Waldbesucher wohl – ob groß oder klein. Vereinbaren Sie doch gerne einen Termin bei uns.